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Szenario Zukunft 5 trifft auf “the curtist and the arrator“ von Eva Brede

Spontankooperation



by Eva Brede


In dieser Geschichte trifft sich eines unserer gedanklichen Zukunftsszenarios gut mit dem aktuellen Projekt der Kuratorin Eva Brede in einer Privatwohnung – wir empfehlen den Besuch von “the curtist and the arrator“.


Samstag, 25. Februar 2017

20 Uhr

Pestalozzistraße 30, 3. Stock
8010 Graz


Szenario Zukunft 5
ZimmerKücheKabinett hinterm Ofen spielt das Quintett.
Um angesichts der aktuellen Mietpreise im Zentrum der Stadt bleiben zu können, müssen wir unseren Raumbedarf auf ein Minimum reduzieren. Wie groß muss der Raum sein? Ein Ideenraum vielleicht? Wir lagern unser Archiv aus und teilen die ca. 30 Archivboxen auf 30 Privatpersonen/Haushalte unseres Vertrauens auf (siehe peoples archives/die privat archivierten Mauerstücke der Wandmalerei am eh. KIZ: http://rhizom.mur.at/project/view/id/109). Wer, was, wo verwahrt, wird kartografiert. Wenn wir etwas aus einer Box benötigen, kündigen wir uns an und bringen Kuchen zum Cafe.Der Ausstellungs-/ Veranstaltungsraum wird ebenfalls „privatisiert“. Wir machen Hauskonzerte, Ausstellungen, Lesungen in Ein- bis Zweizimmerwohnungen – in unseren eigenen, den von unseren Kolleg*innen oder unseren Besucher*innen. Dann gibt es z.B. ein Hauskonzert für 5 Besucher*innen pro Abend oder eine Installation der anderen Art im privaten Bad. Im Gegenzug beteiligt sich RHIZOM am monatlichen Mietpreis. Mit dem Recht auf Stadt* ausgestattet bleibt das Arbeitszimmer im Zentrum der Stadt, das Wohnzimmer werden wir im öffentlichen Raum einrichten. Schön, politisch und liebesvoll sind unterirdische Stränge und Luftwurzeln, der Wildwuchs und das Rhizom.**

* Henri Lefebvre
** aus: Deleuze/Guattari: Tausend Plateaus S. 36f.


the curtist and the arrator von Eva Brede
the curtist and the arrator ist eine zukünftige experimentelle Ausstellungsreihe, die über die Erfahrungen einer freien Kuratorin, die gerade anfängt und Künstler*innen nahe steht. Die Reihe untersucht Beziehungen und Kooperationen zwischen Künstler*innen und Kurator*innen, Motive der Freundschaft und Komplizenschaft, aber auch Abhängigkeiten und Grenzen zwischeneinander und auch zwischen privaten und öffentlichen Räumen. Das Projekt findet in der zukünftigen Wohnung der Kuratorin statt, im Austausch mit Privaträumen von Künstler*innen aus Berlin, München, Wien, Karlsruhe, Graz, Zagreb und Nikosia (und ist offen für mehr Kooperationen). Neben dem Aspekt der Beziehungen zwischen Künstler*innen und Kurator*innen geht es um Flexibilität und um das Wechseln des Wohnsitzes. In Zeiten von Airbnb, stellt das Projekt Fragen über private Räume, die öffentlich werden, aber als privatisierte existieren. Indem sie ihre zukünftige Wohnung mit Künstler*innen für eine gewisse Zeit teilt, bietet die Kuratorin mehr Einblicke in ihrer Tätigkeit für die jeweiligen Künstler und für ein Publikum und stellt eine 1: 1, eine Face-to-Face-Situation her. Die Ergebnisse können entweder in ihrer Wohnung oder in den privaten Räumen der Künstler*innen gezeigt werden oder aber in einer der beiden Wohnungen entwickelt werden und in Offspaces, Galerien, in privaten oder öffentlichen Räumen präsentiert werden. Die Zukunft des laufenden Projektes kann unter www.thecurtistandthearrator.net eingesehen werden.

Die Ausstellungsreihe the curtist und der arrator wird in Graz vorgestellt, einer Stadt, die manchmal als „Sprungbrett“ für Kurator*innen bezeichnet wird, in einer Zweizimmerwohnung, in der die Idee der Ausstellungsreihe entwickelt wurde. Die beiden Zimmer liegen sich direkt gegenüber, sind im gleichen Stil und gleich groß, aber mit verschiedenen Perspektiven nach außen und mit verschiedenen Holzfußböden ausgestattet. Das Zimmer mit dem bürgerlicheren Holzboden, dem so genannten „Fischgrätenparkett“ und mit einer privaten Salonatmosphäre verweist auf einen privaten Raum nach außen, auf ein Autohaus, das das ganze Haus auf der gegenüberliegenden Seite für sich einzunehmen scheint. Auch die Lampen in der Wohnung erscheinen im Ausstellungsraum des Autohauses. Dort gehören sie zur geforderten Ausstellungsdesign Corporate Identity von Nissan. Ein Nissan war die Marke des Wagens der freien Kuratorin, in dem sie von Deutschland nach Graz migrierte, um Ausstellungsdesign zu studieren. Als sie mit ihrem Nissan in Graz ankam, war sie fasziniert von den Institutionen für zeitgenössische Kunst und begann sich eine Wohnung zu suchen.

Zwei Tage nach einer Extra-Eröffnungsveranstaltung für die Klasse einer Kunsthochschule aus Kroatien (škola likovnih umjetnosti split), über ein neu produziertes „Sprungbrett“ in Form einer Installation, das der in Graz lebende Künstler Keyvan Paydar zusammen mit Ita Kosović und Mihael Frančić gebaut hat) findet die  eigentliche Eröffnung von „Das Sprungbrett / The springboard. Everything you always wanted to know about the curtist and the arrator“ am Samstag, den 25. Februar, um 20.00 Uhr statt. Es geht um das Reflektieren von Wohnngsumzügen in Zeiten einer omnipräsenten Flexibilität und Erzählungen durch subtile Interventionen. Die Ausstellung dauert nur bis zum nächsten Tag um 12 Uhr, kurz bevor der Freund, dessen Wohnung es ist, wieder zurückkehren wird. Die nur ein paar Stunden dauernde Ausstellung untersucht die Wohnung eines Freundes in Graz als „found object“, und geht auf Spurensuche nach absorbierten Erinnerungen und weiteren Inspirationen. Neben einer Installation zu Hans Ulrich Obrist, der seine erste Ausstellung ‚World Soup‘ in seiner Küche in St. Gallen gemacht hat, wird Sarah Bildstein, eine befreundete Künstler*in aus Wien - www.sarahbildstein.com - ihre Arbeit ‚friesattic‘ zeigen. Der Dachboden als ein Raum, der - in Zeiten der Airbnb - einen Luxusraum für archivierte Erinnerungen bietet, wirft neue Fragen auf wie: „Was ist nicht täglich gebraucht oder bald vergessen?“, die wichtig werden, wenn man nicht weiß, wo es als nächstes hingeht, als Künstler*in oder als freie Kurator*in oder für jeden, der Teil einer Weltgemeinschaft ist. Lassen Sie sich inspirieren, trinken Sie etwas Espresso in der Küche und fühlen Sie sich eingeladen, Ihre persönlichen Erinnerungen in einem temporären Privatraum mit uns zu teilen.

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