Statement
Peršmanhof

2025

Am 25. April 1945 ermordeten Angehörige des SS-Polizeiregiments 13 am Peršmanhof in Bad Eisenkappel / Železna Kapla vier Erwachsene und sieben Kinder, die sie der Kooperation mit den antifaschistischen Partisan:innen verdächtigten.

Nicht schießen! Wir übergeben uns!

Am 27. Juni 2025 wurde das antifaschistische Bildungscamp des KSŠŠD (Klub slowenischer Student*innen in Wien), das im Museum am Peršmanhof stattfindet, von schwer bewaffneten Spezialeinheiten der Polizei gestürmt. Momentan überlegen die Verantwortlichen noch, ob automatische Waffen, scharfe Hunde, Hubschrauber und Drohnen besser mit einem behaupteten Verstoß gegen die Campingverordnung oder einer behaupteten Palästinafahne rechtfertigbar sind.

Währenddessen versuchen ein runder Tisch des Kärntner Landeshauptmannes und eine multiprofessionelle Analyse des Innenministeriums zu beleuchten, ob dieser Vorgang durch mangelnde Sensibilität begründet war, oder ob eine Gruppe Beamter auf staatliche Gewalt und Steuergelder zurückgegriffen hat, um mit einem politischen Erbfeind Cowboy zu spielen.

Wir klagen indes an:

– einen Angriff auf eine Kultureinrichtung;
– einen Angriff auf einen NS-Gedenkort;
– einen Angriff auf ein Sommerlager;
– einen Angriff auf Antifaschist:innen, weil sie Antifaschist:innen sind.

Und nicht zuletzt klagen wir die Respektlosigkeit gegenüber der Öffentlichkeit und dem demokratischen Polizeiamt an, die in den präpotenten und dümmlichen Ausreden der Verantwortlichen ihren Ausdruck findet. Diese letzte Injurie hat die meisten Opfer, weil sie alle Menschen in diesem Land gleichermaßen betrifft. Wir fordern daher nicht K wie kreisrunde Tische oder K wie Kommissionen, sondern K wie Konsequenzen!

Serie
Peršmanhof
Bildrechte/Sujet: Muzei Peršman